Else Jacobowitz, geb. Gutmann

  • Geburtsdatum: 12.4.1895 in Dessau
  • Todesdatum: unbekannt
  • letzte frei gewählte Adresse: Berlin-Gesundbrunnen

Else Jacobowitz war eines von fünf Kindern der Dessauer Kaufhausbesitzer Hermann und Emma Gutmann. Sie wuchs in Dessau auf und heiratete den Kaufmann Willy (Wilhelm) Jacobowitz, der in Berlin zwei Kurzwarengeschäfte besaß. Das Ehepaar wohnte zunächst in Berlin-Charlottenburg, später in Berlin-Gesundbrunnen. In der Ehe wurden drei Kinder geboren: Ernst (1922–1924), Edith (1924–2021) und Gert (1928–2007). Die Kinder wurden im Geiste des liberalen Judentums erzogen.
Die beiden Geschäfte mussten 1933 und nach dem Pogrom vom 9. November 1938 aufgegeben bzw. an einen „Arier“ verkauft werden. Die Familie bereitete sich auf die Emigration vor, doch im Mai 1939 wurden Willy und Else Jacobowitz wegen versuchter illegaler Ausfuhr von Devisen verhaftet. Sie waren bis März 1940 im Untersuchungsgefängnis Hamburg-Fuhlsbüttel inhaftiert und lebten danach wieder in Berlin. Neue Emigrationsbemühungen blieben erfolglos.
Else Jacobowitz wurde im Februar 1943 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Das genaue Todesdatum ist nicht bekannt. Auch ihr Ehemann Willy starb in Auschwitz.
Die beiden Kinder Edith und Gert gelangten im Juni 1939 mit einem Kindertransport nach Belfast/Nordirland, wo sie unter der Obhut der dortigen jüdischen Gemeinde aufwuchsen. Gert – er nahm bei der Heirat den Familiennamen seiner Ehefrau an und nannte sich jetzt Gerald Jayson – wirkte später als Chemiker und Hochschullehrer in Liverpool. Edith, verheiratete Bown, besuchte 1997 gemeinsam mit ihrem Ehemann Dessau und stand mit der Moses Mendelssohn Gesellschaft Dessau lange im Briefwechsel. Sie starb im Jahr 2021 in London.

Lage der Stolpersteine für Else Jacobowitz, geb. Gutmann

Stadtplan mit allen Stolpersteinen in Dessau-Roßlau