Gedenkkultur Dessau-Roßlau

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Schlesinger, Julius

  • Geburtsdatum: 8.6.1880 in Jeßnitz
  • Deportationsdatum: 13.4.1942
  • Todesdatum: unbekannt
  • letzte freigewählte Adresse: Am Bahnhof 1 (heute: Bitterfelder Straße)

Julius Schlesinger war Elektroinstallations-Meister. Etwa ab Mitte der 1920er Jahre besaß er in Dessau ein Geschäft für Elektroinstallationen und Radioapparate, zunächst in der Leopoldstraße (heute: Ferdinand-von-Schill-Straße), später in der Zerbster Straße. Mit seiner Ehefrau Ida wohnte er im heute nicht mehr vorhandenen Haus Am Bahnhof 1. Ab 1939 war das auch die Adresse der Verwaltung der Dessauer Israelitischen Kultusgemeinde. Nach dem Novemberpogrom von 1938 entschlossen sich die Eheleute Schlesinger zur Emigration, aber sie konnten den Auswanderungsplan nicht mehr verwirklichen. Ihr Geschäft wurde „arisiert“. Die Namen der Schlesingers finden sich in den Listen eines Massentransports, der Mitte April 1942 mehrere hundert Personen von Magdeburg über Berlin ins Warschauer Ghetto deportierte. Die genauen Umstände des Todes von Julius Schlesinger sind nicht bekannt.